Aus der Chronik

1622 wurde das Spitzhaus als kleines Weinberghaus auf dem Landsbergischen Weinberg erbaut. Es wurde an Stelle eines kurfürstlichen Vorwerks errichtet. Dieses Gebäude wurde wegen der Höhenlage auch „Hochhaus” genannt. Später trug es etliche Zeit den Namen „Hohes Haus”. Seine einst eindrucksvolle Umrisslinie mit der kühn geschwungenen Dachhaube brachte ihm den Namen „Spitzhaus” ein.

Kurfürst Johann Georg I. soll es errichtet haben. Die Besitzer wechselten oft, manchmal geschah dies im Jahrestakt. Bis 1657 erntete Herr Obriste Bose seinen Wein hier. Im Jahre 1668 folgte der Handelsmann Landsberger. Seine Erben traten 1688 den Nachlass von ihm an.

1699 war das Spitzhaus Eigentum von Freiherr von Rechenberg. Später gehörte es der Familie von Wolfframsdorf. Diese schenkte es am 24. Juli 1706 dem General von Flemmig, der es schon 1 Jahr später Gräfin von Cosel schenkte.
1710 übergab die Gräfin den gesamten Besitz ihrem Gönner, August dem Starken. Dieser feierte daraufhin hier auf der Bergeshöhe glänzende Feste.
August der Starke plante eine Einbeziehung des Gebäudes als weiteres Lustschlösschen auf der Höhe in Ergänzung zu Schloss Hoflößnitz, wo er seine Festgesellschaften empfing; doch erst unter seinem Sohn, Kurfürst August III., wurde das Gebäude 1749 nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann barock umgestaltet. Es erhielt bei diesem Umbau auch eine neue Turmabdeckung aus Kupfer an Stelle der vorherigen blechernen. Von Pöppelmann stammt auch die Idee einer 365 Stufen umfassenden Jahrestreppe von Schloss Hoflößnitz zum Spitzhaus hinauf.

Neben dem mit Gemälden ausgeschmückten Saal im Obergeschoss und auch im Turmgeschoss gab es Privatgemächer. Teile der zwei Kamine sind heute noch Zeitzeugen dieser Zeit und finden meißt in den Wintermonaten auch heute noch ihre Verwendung. Das Gästebuch, welches im Sächsischen Staatsarchiv aufbewahrt wird, nennt Namen wie König Karl X. von Frankreich und König Otto I. von Griechenland. Auch Wilhelm I. von Preußen, damals noch Kronprinz und später deutscher Kaiser, wohnte hier.

In Kriegszeiten wurde das Spitzhausterrain wegen der guten strategischen Lage militärisch genutzt. Mit der Reblauskatastrophe war die Zeit des Weinbaues vorerst vorüber. 1807 schließt das Gästebuch. Der Sächsische Hof verkaufte 1889 das Spitzhaus an den Dresdner Kaufmann Herrmann Hennicke, welcher ein Jahr später die Schankerlaubnis erwirkte. 1901/02 ließ er die beiden Flügel anbauen, die dem Haus sein heutiges charakteristisches Aussehen gaben. Ab 1960 wurde das Haus von der volkseigenen Strumpffabrik Esda in Thalheim als Ferienheim genutzt. Der Gaststättenbetrieb war zu dieser Zeit stark eingeschränkt.

Nach der politischen Wende 1990 wurde es wieder eine private Gaststätte und ging nach der Schließung 1995 in den Besitz der Stadt Radebeul über. Seit 1996 wollen auch die neuen Besitzer des Spitzhauses an die guten und alten Traditionen anknüpfen. Wir wünschen ihnen einen angenehmen Aufenthalt.

Ihr Spitzhausteam Familie Andreas